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Nachrichten

01.04.2016 |

Grundsatzklage gegen die EU-Kommission

Foto: Volker Gehrmann Foto: Volker Gehrmann

Ein Streit um die gesundheitlichen Risiken von Gentechnik-Soja zieht nun vor Gericht. Schon im Mai 2015 hatte Testbiotech zusammen mit GeneWatch UK eine Überprüfung der Importzulassung für die Gentechnik-Soja der Firmen Monsanto und Pioneer bei der EU-Kommission beantragt, da diese nach Expertenmeinungen nicht ausreichend auf gesundheitliche Risiken geprüft wurden.
Nachdem die Fristen zur Beantwortung um mehrere Monate überzogen wurden, erklärt die Kommission nun, dass nur Umweltrisiken überprüft werden können, jedoch keine Risiken für die menschliche Gesundheit. Dies steht im völligen Gegensatz zur bisherigen Praxis, bei der entsprechende Anträge angenommen wurden und es dementsprechend auch zu Klagen kam. Um nun doch Zugang zum Gericht zu erhalten, reichte Testbiotech am europäischen Gerichtshof eine Grundsatzklage ein.
„Die EU-Kommission hat trotz vorgebrachter Bedenken wegen gesundheitlicher Risiken den Import von Gentechnik-Pflanzen erlaubt. Jetzt versucht sie zu verhindern, dass der EuGH diese Entscheidung überprüft“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Sollte sich diese Rechtsauffassung durchsetzen, befürchten wir eine erhebliche Schwächung des Vorsorgeprinzips in der EU.“

17.03.2016 |

67.000 UnterzeichnerInnen gegen Freifahrtschein für neue Gentechnik-Verfahren

Foto: Volker Gehrmann Foto: Volker Gehrmann

Berlin, 17.03.2016 – 67.000 UnterzeichnerInnen des Aufrufs „Freifahrtschein für neue Gentechnik-Verfahren? Das machen wir nicht mit, Herr Minister Schmidt!“ und ein breites Bündnis von Verbänden fordern, dass die neuen Gentechnik-Verfahren wie CRISPR-Cas und Co. als Gentechnik eingestuft werden und somit gemäß des Vorsorgeprinzips einer Risikoprüfung und Kennzeichnung unterliegen.

Der Aufruf zeigt: Genetechnik durch die Hintertür wird weder von Bauern noch Verbrauchern akzeptiert. So wollen einige Konzerne erreichen, dass ihre mit den neuen Verfahren hergestellten Produkte nicht als Gentechnik gekennzeichnet und reguliert werden müssen. Damit versuchen sie nicht nur die Verbraucher zu täuschen, sondern auch der Risikovorsorge mit den damit einhergehenden Kosten zu umgehen.

Dieses Jahr konnte nur eine Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie eines konventionellen Lebensmittelherstellers und eines Bio-Saatgutunternehmens dafür sorgen, dass der durch das CRISPR-Cas-Verfahren hergestellte Raps der Firma Cibus nicht gesät wird.
„Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat den Raps einfach durchgewunken – aber Gentechnik bleibt Gentechnik und muss auch so gekennzeichnet werden“, so Volker Gehrmann von Save Our Seeds.

Staatssekretär Robert Kloos nahm heute die Unterschriften gegen einen „Frei-fahrtschein für neue Gentechnik-Verfahren“ entgegen. Der Appell wurde von 27 Verbänden aus der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft, Pflanzenzüchtern, Lebensmittelhandwerk, Umwelt- und Verbraucherschutz unterstützt.

04.03.2016 |

Immer mehr Patente bei neuen Gentechnik-Verfahren

Foto: Zitrusblau Foto: Zitrusblau

Am 02. März veröffentlichten Testbiotech einen Bericht, der einen Überblick über die Patentanmeldung im Bereich Gen-Editing und der Synthetischen Gentechnik verschafft.
Demnach sind die US-Konzerne DuPont und Dow Agroscience, gefolgt von Bayer, diejenigen, die die meisten Patentanträge stellen. Des Weiteren werden auch immer mehr Patente für Gentechnik-Nutztiere angemeldet.
Die großen Gentechnik-Konzerne wollen erwirken, dass die neuen Verfahren wie CRISPR-Cas nicht als Gentechnik eingestuft werden, damit sie ihre Produkte auch ohne Zulassungsverfahren und Kennzeichnung in Umlauf bringen können. Oft wird argumentiert, dass die neuen Verfahren zielgerichteter und somit auch sicherer für die Umwelt sind.
Dahingegen erklärt Christoph Then von Testbiotech: „Die Industrie zeichnet in der Öffentlichkeit ein falsches Bild. Die neuen Gentechnik-Verfahren zeigen eine ähnliche Bandbreite von Nebenwirkungen und Risiken wie die bisherigen Methoden. Die Konzerne versuchen ihrer Technologie ein neues Image zu geben, um sie besser vermarkten zu können“.

29.02.2016 |

Ein Urahne des Mais sorgt für Probleme

Teosinte – ein Urahne des Mais, Foto: Doug Knuth, Ethnobotanical Garden. (flickr / CC BY-SA 2.0) Teosinte – ein Urahne des Mais, Foto: Doug Knuth, Ethnobotanical Garden. (flickr / CC BY-SA 2.0)

Am 25. Februar 2016 überreichten 13 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft und Umwelt einen offenen Brief an die EU-Kommission, in dem sie über die Risiken der invasiven Ausbreitung von Teosinte informieren.
Die Ursprungspflanze des Mais, die ursprünglich aus Mexico kommt, tauchte 2009 erstmalig in Spanien auf.
Das Problem besteht darin, dass sich Teosinte und Mais miteinander kreuzen können. Ein Gentransfer zwischen Teosinte und den in Spanien auf über 100.000 Hektar angebauten Gentechnik-Mais MON810 von Monsanto kann somit nichtmehr ausgeschlossen werden.
„In mehreren Regionen Spaniens, die von der Ausbreitung von Teosinte betroffen sind, werden auch tausende Hektar des Gentechnik-Mais MON810 angebaut, der ein Insektengift produziert. Wenn diese Eigenschaft auf Teosinte übergeht, könnten die Pflanzen dadurch noch invasiver werden“, erklärt Blanca Ruibal von Amigos de la Tierra aus Spainien.
Die Annahme, dass ein Gentransfer zwischen Mais und seinen wilden Artverwandten in Europa nicht möglich sei, war bis jetzt hingegen eine entscheidende Voraussetzung für die Zulassung von Gentechnik-Mais.
„Wenn es jetzt in Europa verwandte Arten von Mais gibt, über die sich der Gentechnik-Mais in der Umwelt unkontrolliert ausbreiten kann, ist die bisherige Risikobewertung überholt und die EU-Kommission muss die Anbauzulassung für das Jahr 2016 widerrufen.“ erläutert Christoph Then von Testbiotech.
Über das invasive Auftreten von Teosinte in Spanien wurde jedoch die EU-Kommission weder von den spanischen Behörden noch von Monsanto aufgeklärt.

Die Organisationen appellieren daher an die Behörden, „die Ausbreitung von Teosinte zu erforschen, die Landwirte umfassend zu informieren und Maßnahmen zu ergreifen, um die weitere Ausbreitung dieser Pflanze zu stoppen“.

25.02.2016 |

Transgenic maize authorisation must be rescinded to prevent crossbreeding with new invasive species

Potential for genetically engineered maize to crossbreed with its wild ancestor teosinte

Thursday, 25 February 2016
Today thirteen civil society organisations active in agriculture and environmental issues have officially alerted the European Commission that the wild ancestor of cultivated maize, teosinte, has appeared in Spain and is spreading widely in maize growing areas as an invasive species. Teosinte and maize have the potential to interbreed and form hybrids. This applies equally to genetically engineered maize MON810, produced by Monsanto and grown on more than 100,000 hectares in Spain. Due to the risks of appearance of an invasive, transgenic teosinte species, the organisations have asked the Commission and the Spanish government to ban the cultivation of MON810 in 2016.

17.02.2016 |

Die AbL fordert: Keine Gentechnik durch die Hintertür!

Foto: ibbl, Sample derivative tubes. (flickr / CC BY-NC-ND 2.0) Foto: ibbl, Sample derivative tubes. (flickr / CC BY-NC-ND 2.0)

Das Thema der neuen Gentechnik-Verfahren wird zurzeit heiß diskutiert. Momentan hängt die Zulassung noch bei der EU-Kommission, die bis zum März 2016 eine rechtliche Einschätzung zu den Verfahren mitteilen will. Dies wird dann entscheiden ob sieben neue Verfahren (unter anderem auch CRISPR-Cas) unter die Bestimmungen des EU-Gentechnikgesetzes fallen oder nicht.
Eine Einstufung als Gentechnik hätte für Biotechnologie-Unternehmen weitreichende Folge, da sie bei neuen Zulassungen dann verschiedenste Auflagen und Sicherheitsregeln zu erfüllen hätten.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat nun ein Positionspapier herausgegeben, indem sie die neuen Verfahren klar als Gentechnik einschätzt. Unterstützt wird diese Position durch zwei Rechtsgutachten, die zu dem gleichen Ergebnis kommen.

Die neuen Verfahren sollen im Vergleich zur „klassischen“ Gentechnik vor allem präziser und somit auch sicherer sein. Dies wird aber von vielen Wissenschaftlern und auch Umweltverbänden stark bezweifelt, da mögliche Nebeneffekte und Langzeitfolgen nur sehr schwer abzuschätzen sind.
„Zum Teil handelt es sich um die alten Risiken der klassischen Gentechnik, es kommen aber auch ganz neue Risiken hinzu", heißt es im Papier.
Die AbL kommt zu dem Entschluss, dass „allein aus Vorsorgegründen […] die mit
den neuen Gentechniken erzeugten Pflanzen nicht einfach freigesetzt werden [dürfen], sondern […] als Gentechnik-Verfahren einzustufen, zu bewerten und zu regulieren [sind]“.

04.02.2016 |

Zukunft gestalten – 20 Jahre Saatgutfonds

Foto: Stephan Münnich Foto: Stephan Münnich

Bochum, 03.02.2016 - Seit 1996 fördert der Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft in der GLS Treuhand Forschung und Entwicklung im Bereich der ökologischen Pflanzenzüchtung. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums trafen Ende Januar rund hundert Züchterinnen, Landwirte, Spenderinnen und Verbraucher in Kassel zusammen, um auf das bisher Geleistete zurückzublicken und einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen zu unternehmen.

Oliver Willing, Geschäftsführer der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, begrüßte und würdigte zu Beginn der Jubiläumstagung in Kassel die beiden Gründungsväter des Saatgutfonds, Albert Fink und Dirk Lücke, dank deren Voraussicht und Engagement seit nun 20 Jahren ökologische Züchtungsinitiativen unterstützt werden können. Der Fonds startete 1996 mit 140.000 DM, durch zunehmende Spenden hat er ein Volumen von über 1,15 Mio. Euro jährlich erreicht. Nicht nur diese Spendenhöhe ist beachtlich, sondern auch das Ergebnis der langjährigen Förderungen: über 70 vom Bundessortenamt anerkannte, samenfeste Neuzüchtungen von Gemüsesorten sind heute im Anbau, hinzu kommen knapp 40 neue Getreidesorten.

„Angesichts der zunehmenden Machtkonzentration im Saatgut-Markt, von Gentechnik und drohender Patentierung ist die Frage der Saatgut-Entwicklung heute wichtiger denn je“, betonte Willing. Ökologische Pflanzenzüchtung begreift Saatgut als Kulturgut – für den ökologischen Landbau eine unverzichtbare Investition. Die Pioniere der Bewegung waren biologisch-dynamische Züchterinnen und Züchter, die bereits in den 1970er Jahren erste Anstrengungen unternahmen, um dem drohenden Verlust der Sortenvielfalt entgegenzuwirken. Dieter Bauer, Züchter der ersten Stunde auf dem Dottenfelderhof bei Frankfurt/Main, freute sich über die aktuell gute Resonanz auf Ausbildungsangebote für angehende Züchter und ermunterte die nachfolgende Generation, sich für die weitere Verbreitung des Öko-Saatguts in Produktion und Handel einzusetzen: „Wir züchten ja neue Sorten, damit sie in die Welt kommen!“ unterstrich er sein Anliegen.

In mehreren Arbeitsgruppen sowie im Abschlussplenum der Tagung diskutierten Verantwortliche aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette, darunter auch weiterverarbeitende Betriebe und Handelspartner, wie ökologisch gezüchtete Pflanzensorten zukünftig noch besser unterstützt werden können, etwa durch transparentere Deklaration und gezielte Nachfrage. „Das Thema Öko-Saatgut ist zwar inzwischen aus der Nische gekommen, aber es gibt weiterhin viel zu tun“, schloss Oliver Willing. „Um die ökologische Züchtungsforschung auszuweiten, brauchen wir auch in Zukunft massive finanzielle Unterstützung durch Spendengelder, denn die Züchter können die enormen Kosten nicht tragen.“ Umso wichtiger sei es, das Bewusstsein für die Tragweite des Themas nicht nur im Handel, sondern auch bei Verbraucherinnen und Verbrauchern noch stärker zu schärfen, um das Engagement der Züchterinnen und Züchter auch in Zukunft solidarisch begleiten zu können.

Der Saatgutfonds wird von zahlreichen Privatpersonen, Stiftungen, Verbänden und Unternehmen der Bio-Branche unterstützt. Er wird von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft verwaltet und betreut. Diese engagiert sich für die ökologische Landwirtschaft und ist als gemeinnützige, treuhänderische Stiftung innerhalb der GLS Treuhand e.V. organisiert.

16.11.2015 |

Bauern erkämpfen sich Erfolg im Saatgutstreit

Foto: Julle Jablonski / flickr (CC BY-NC 2.0) Foto: Julle Jablonski / flickr (CC BY-NC 2.0)

Am 13.11.2015 hat das Oberlandesgericht Karlsruhe entschieden, dass Saatgutaufbereiter nicht dazu verpflichtet sind, der Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH (STV) Auskunft über die von ihnen aufbereiteten Sorten zu geben.
Die STV forderte diese Informationen ein, um von den Bauern Informationen über den Nachbau zu bekommen und somit Nachbaugebühren einfordern zu können. Das Urteil kam zustande, da sich eine Genossenschaft in Baden-Württemberg geweigert hatte, alle Kundendaten an die STV weiterzuleiten, wie diese es in einer „Saatgut-Aufzeichnungsverordnung“ von allen Aufbereitungs-Unternehmen verlangt hatte. Daraufhin wurde die Genossenschaft von der STV verklagt, welche in der ersten Instanz beim Landgericht Mannheim ihren Anspruch auf eine Aufzeichnungspflicht für Aufbereiter bestätigt bekamen. Währenddessen die Richter des Oberlandesgerichtes Karlsruhe nun mit ihrem Urteil die Argumentation der IG Nachbau unterstützen: aufbereitetes Saatgut fällt nicht unter die Ansprüche der Saatguttreuehand, da das Erntegut durch die Aufbereitung nicht in die Handelskette, sondern wieder auf die Höfe zurück gelangt.
Da die STV bereits Beschwerde beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe eingereicht hat, werden die Bauern hoffentlich weiterhin erfolgreich um ihr Saatgut kämpfen.

06.11.2015 |

Dänemark lockert Saatgutaustausch

Du darfst Samen tauschen! (Foto: http://froesamlerne.dk) Du darfst Samen tauschen! (Foto: froesamlerne.dk)

Bereits am 07. September 2015 gab das dänische Umwelt- und Nahrungsmittelministerium eine Änderung ihrer Saatgutverordnung bekannt. Demnach soll jetzt der Handel von nicht registriertem Saatgut erlaubt sein, solange es nicht zur kommerziellen Verwertung kommt. Dies bedeutet, dass der Austausch von Saatgut zwischen Haushalten oder auch Organisationen wie Museen oder Verbänden in Dänemark nun legal ist. Dänemark besitzt damit die mildeste Interpretation des EU-Gesetzes. Es wird noch an einem Leitfaden mit verschiedenen Szenarien für die Handhabung des Gesetzes gearbeitet, um deutlicher zu machen, für welche Fälle eine kommerzielle Verwertung zutrifft. Jedoch geht Dänemark somit schon einmal mit gutem Beispiel für ganz Europa voran und zeigt wie eine verbraucherfreundlichere Saatgutverordnung aussehen könnte.

23.10.2015 |

Offener Brief an Minister Schmidt zu neuen Züchtungstechniken

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt Landwirtschaftsminister Christian Schmidt

Sehr geehrter Herr Minister Schmidt,

wie uns bekannt ist, sollen auf Anregung Ihres Ministeriums in der nächsten Tagung des Landwirtschafts- und Fischereirates neue Methoden der Gentechnik wie Genome Editing, ihre Bedeutung für Forschung und Landwirtschaft, ebenso wie deren Einordnung bzw. Interpretation bezüglich der EU-Freisetzungsrichtlinie (RICHTLINIE 2001/18/EG) und damit auch des deutschen Gentechnikgesetzes (GenTG) besprochen werden.

Im Dokument, das Ihr Ministerium für das Treffen des Ministerrates erstellt hat, werden vorwiegend ökonomische Gründe angeführt, um zu zeigen, wie wichtig die neuen Technologien angeblich sind. Wir weisen jedoch darauf hin, dass laut EU-Richtlinie ökonomische Gründe nicht dafür ausschlaggebend sein dürfen, ob neue Technologien vom Gentechnikgesetz ausgenommen werden oder nicht. Darüber hinaus besteht ein erhebliches Schutzbedürfnis für die Umwelt, die Verbraucher und die gentechnikfreie Landwirtschaft.

Wir fordern Sie deshalb auf sich dafür einzusetzen, dass diese neuen Methoden als Gentechnik im Sinne der RICHTLINIE 2001/18/EG eingeordnet werden. Wenn DNA künstlich außerhalb eines Organismus erzeugt und in diesen Organismus eingeführt wird, so handelt es sich eindeutig um ein gentechnisches Verfahren. Diese Auffassung wird gestützt durch das Rechtsgutachten von Prof. Dr. Ludwig Krämer. Die neuen Technologien erfüllen demnach alle Kriterien der EU-Gentechnikregulierung nach der Richtlinie 2001/18, weil sich die Verfahren deutlich von konventioneller Züchtung unterscheiden.

Über 67.000 Menschen haben einen Aufruf unterzeichnet, in dem Sie aufgefordert werden, dass Pflanzen, die mit neuen Gentechnik-Verfahren hergestellt wurden, genauso wie andere gentechnisch veränderte Pflanzen nach dem Gentechnik-Gesetz behandelt und einer Zulassungs- und Kennzeichnungspflicht unterworfen werden. Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland lehnt Gentechnik in der Landwirtschaft ab. Sorgen Sie dafür, dass auch neue Methoden der Gentechnik einer strengen Regulierung unterliegen.

Mit freundlichen Grüßen

Harald Nestler, Umweltinstitut München e. V.
Benedikt Härlin, Save our Seeds
Antje Kölling, Demeter e. V.
Annemarie Volling, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V.
Eva Gelinsky, IG Saatgut
Dr. Christoph Then, Testbiotech e. V.
Christof Potthof, Gen-ethisches Netzwerk e. V.
Prof. Dr. Hubert Weiger, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.

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